header test1

29. April 2018 

Unsere Sehnsucht nach Frieden

Ein heikles Thema, denn während wir darauf hoffen, dass die Tagesthemen endlich die Nachricht bringen „Es ist Frieden auf Erden!“, vergessen wir eines: Den Frieden in uns selbst zu kultivieren.

Wir vergessen, dass nicht nur jedes Wort und jede Tat eine Auswirkung hat, sondern auch jeder einzelne Gedanke. Beginnen wir deshalb bei uns selbst… so klein die Auswirkung vorerst erscheinen mag, sie spinnt einen Faden in die Welt hinaus und knüpft an, an andere Fäden. Wir alle kennen die Situation, selbst mit einer guten Freundin oder einem guten Freund, etwas läuft nicht ganz nach unserer Vorstellung und schon ist sie da… Abneigung. Vielleicht äußern wir direkt was uns nicht passt, vielleicht ist da einfach nur dieser Gedanke „Du...“ und dieser Gedanke macht etwas, er erzeugt ein Gefühl, er hat Einfluss auf unsere Beziehung zueinander und er hat Einfluss auf den eigenen Körper. Dabei ist diese Diskrepanz ganz natürlich… es begegnen sich zwei Individuen mit unterschiedlichen Wahrnehmungen. Und schließlich sind wir es die urteilen… so wie du bist, bist du für mich nicht richtig. Damit wird ein negatives Spannungsfeld erzeugt. Jeder Mensch hat sehr individuelle Gründe für sein Handeln, er schöpft aus seinen Erfahrungen, die er im Leben gemacht hat, oft unbewusst. Je weniger liebevolle Erfahrungen wir sammeln, desto schwerer fällt es uns, liebevoll mit unserer Umwelt zu sein. Die gute Nachricht ist, dass wir jederzeit die Möglichkeit haben NEUE wertvolle Erfahrungen zu machen. Oft reicht dafür ein kleiner Anstoß ans Unterbewusstsein… da war doch was, erinnere dich, es geht auch anders!

Und dann gibt es da noch etwas anderes, tückisches: Den Spiegel. Wir erkennen in unserem Gegenüber das, was wir in uns selbst ablehnen. Wir glauben natürlich, so könnten wir niemals sein… ein Trugschluss. Viele Paare erleben das, manche schon nach sechs Monaten, andere erst nach langer Zeit… Plötzlich ist die Liebe einem anderen Gefühl gewichen, dieses Gefühl kann sogar Hass sein. Der Partner erkennt sich in diesem Moment selbst im Spiegel des anderen, seine versteckten Anteile kommen zum Vorschein und alles was er tun möchte, ist weglaufen. Vor sich selbst.

Wir vergessen, dass es in jedem von uns Gefühle von Angst, Wut und Hass gibt, genauso wie jeder Mensch Liebe, Freude und Dankbarkeit empfinden kann. Verdrängen wir, was in uns ist, so schlummert es im Verborgenen, ungesehen, damit wird es zu einer trügerischen Waffe… oft gegen uns selbst. Wir sind viel damit beschäftigt in Kategorien einzuteilen „gut“, „schlecht“, „ganz böse“. Dabei kann zum Beispiel die Wut eine Kraft in uns freisetzen, die etwas in unserem Leben in Gang setzt. Wir brauchen dafür nicht zerstörerisch im Außen werden, wir können in uns selbst das Feuer entfachen, Müll verbrennen und in uns neu geboren werden.

Diese bedingungslose, vorurteilsfreie Begegnung mit uns selbst erfordert vor allem eines: Mut. Denn wir werden uns bewusst, was für eine Weisheit, Kraft und Liebe wirklich in uns ruht, die gesehen und gelebt werden möchte. Wahrscheinlich haben wir sogar mehr Angst vor dieser Lebendigkeit in uns, als vor den vielen kleinen Toden, die wir sterben, wenn wir nicht hinschauen.

Würde jeder Mensch auf der Erde sich bedingungslos und eigenverantwortlich seinen inneren Dämonen stellen, ohne dass eine Projektion in die Außenwelt geschieht, gäbe es Frieden auf Erden.

Jeder von uns kann jetzt beginnen, anzuerkennen was in ihm steckt, liebevoll mit sich zu sein und dabei ein Lächeln an die Welt zu schenken. Denn dieses Leben ist nicht dafür gedacht, angepasst in einer Rolle zu stecken, sondern in echter Verbindung und Vertrautheit zu sein… mit sich selbst… mit Mutter Erde… auf der jeder von uns gleichwertig ein Zuhause hat!

 

07. Oktober 2017

Zeit des Wandels…

Der Herbst lädt uns ein innezuhalten, dem Werden und Vergehen nachzuspüren und Danke zu sagen, für die Früchte, die wir geerntet haben… Erntedank!

Den Früchten, die unseren Körper genährt haben und denen, die unsere Seele genährt haben.

Und diese Zeit lässt uns bewusst werden, dass alles im Leben dem Wandel unterliegt, wir stetig in Bewegung sind und dass unser Dasein auf Mutter Erde vergänglich ist. Oft erscheint es uns, als hätten wir ewig Zeit unsere Träume zu verfolgen, als würde unser Sein niemals enden.

Gestern bin ich am „Lea-Drüppel-Theater“ in Haltern am See vorbei geschlendert. Die junge Frau ist beim Flugzeugabsturz im Jahr 2015, zusammen mit ihren Mitschülern und zwei Lehrerinnen, im Alter von 16 Jahren ums Leben gekommen. Ihre Familie hat ein Zeichen gesetzt, hat den Traum, den Lea leben wollte, wahrhaftig werden lassen. Diese Momente sind es, die uns erinnern, jetzt im Leben anzukommen… denn es kann unvorhergesehen vorbei sein.

Wir können lernen uns nicht krampfhaft ans Leben zu klammern, sondern all die kleinen Tode, die wir im Alltag erleben, willkommen zu heißen, um daraus etwas Neues zu erschaffen. Das bedeutet, unser Leben in jeder Sekunde zu schätzen und im Augenblick zu baden.

Wann hast du das letzte Mal die Nase in den Wind gestreckt, um das sanfte Streicheln auf deiner Haut zu spüren? Dich in den Sturm gedreht, bis er dir den Atem raubt? Dein Gesicht dem Regen zugeneigt, um jeden Wassertropfen aufzunehmen?

Wann hast du das letzte Mal aus tiefster Kehle geschrien? Getanzt, als würde dir niemand zusehen?

Wann hast du zuletzt gezittert vor Kälte, dich an der Hitze des Feuers verbrannt, dich verausgabt, bis dein ganzer Körper bebte und du nach Luft ringen musstest?

Manchmal braucht es Grenzmomente bis wir uns, unseren Körper wieder spüren, dabei ist in jedem Augenblick die pure Lebendigkeit versteckt und wir sind zu beschäftigt, um sie wahrzunehmen.

Fühlst du das Blut, wie es in deinen Adern pulsiert? Spürst du den Herzschlag in deiner Brust, in deinem Bauch, ja vielleicht in deinem Rücken? Die Wärme deiner Organe? Kannst du deinen Emotionen folgen, wie sie in Wellen durch deinen Körper getragen werden? Fühlst du deine Füße auf Mutter Erde, wie du mit ihr verbunden bist und was für ein Wunder dahinter verborgen liegt?

Dein Verstand wird sagen: „Keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen, es gibt Wichtiges zu tun.“ Ich lade dich ein, dieser zarten Stimme in dir zu lauschen, die vielleicht noch schläft, deinem inneren Heiler, deiner inneren Heilerin zu vertrauen, die weiß was zu tun und zu lassen ist, um für dein Wohlergehen, deine Gesundheit, deine Träume, für deine Liebe und für deine Lieben zu sorgen… in dieser Zeit des Wandels...